Schlafstörungen - wenn die Nacht zur Qual wird


Jeder hat das wohl schon einmal erlebt - man geht abends zu Bett und wälzt sich hin und her, zählt Schäfchen, aber man schläft einfach nicht ein. Ein Viertel aller Österreicher leidet längerfristig unter Schlafstörungen.

Meist sind Schlafstörungen psychisch bedingt und chronisch. Auslöser für schlaflose Nächte gibt es viele: Familienprobleme, Geldsorgen, Liebeskummer, eine ungewohnte Umgebung oder zyklusbedingt die Tage vor der Regel. Auch Schnarchen, Zähneknirschen und unruhiges Hin- und Herwälzen, wenn man dann einmal eingeschlafen ist, können die Nachtruhe stören.

Eine ungünstige Schlafumgebung kann die Qualität des Schlafes beeinträchtigen. Wenn das Schlafzimmer zu warm ist bzw. andere Störfaktoren wie Fernseher, Computer oder duftende Blumen im Zimmer sind, kann sich das auf den Schlaf auswirken.

Die Schlafmedizin unterscheidet zwischen Ein- und Durchschlafstörungen, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, übermäßiger Tagesmüdigkeit und schlafgebundenen Störungen wie Schlafwandeln, Zähneknirschen, Schnarchen und Albträumen. Schlafstörungen können auch auf andere körperliche oder psychische Krankheiten hinweisen.

Was ist normal und was nicht?
Haben Sie keine Beschwerden, sondern einfach den Eindruck, dass Ihr Schlafverhalten nicht "normal" ist, bedenken Sie folgende Punkte:

Die Einschlafdauer dauert im Normalfall nicht länger als 30 bis 45 Minuten.

Nächtliches Erwachen ist kein Anlass zur Sorge, wenn es nicht öfter als drei bis vier Mal pro Nacht erfolgt und wenn Sie nicht länger als 15 Minuten wachliegen.

Das persönliche Schlafbedürfnis ist individuell verschieden. Manche Menschen brauchen sechs Stunden Schlaf, manche brauchen gar neun oder zehn Stunden. Entscheidend ist wie Sie sich tagsüber fühlen. Sind Sie ausgeruht oder fühlen Sie sich müde und schlapp?

Akzeptieren Sie das morgendliche Stimmungstief. Manche Menschen sind Morgenmuffel und kommen erst schön langsam auf Touren.

Das können Sie tun
Viele Menschen greifen zu Medikamenten, um schlafen zu können. Medikamente sollten aber nur eine kurzfristige Hilfe sein, denn sie lindern nur die Symptome der Schlafstörungen, jedoch nicht die Ursache.

Besonders ältere Menschen klagen häufig über Schlaflosigkeit und greifen zu Schlafmitteln. Das Schlafbedürfnis ändert sich jedoch mit zunehmendem Alter. Hier hilft es oft, wenn Sie auf das Mittagsschlaferl ausfallen lassen. Denn über 60jährige brauchen durchschnittlich nur mehr sechs bis sieben Stunden Schlaf.

Achten Sie auf eine schlaffördernde Umgebung. Das Schlafzimmer sollte nicht wärmer als 18 bis 20 Grad sein und keine störenden Faktoren wie Fernseher oder Computer aufweisen. Lüften Sie das Schlafzimmer gut durch, bevor Sie zu Bett gehen.

Benutzen Sie Ihr Schlafzimmer nur zum Schlafen. Sie können Ihren Körper darauf trainieren, dass es Schlafenszeit ist, wenn Sie sich ins Bett legen. Essen, Lesen, Fernsehen und ähnliche Aktivitäten sollten Sie deshalb im Bett vermeiden.

Entspannungsmethoden wie z.B. Autogenes Training helfen beim Einschlafen.

Hausmittel wie Baldriantropfen oder eine Fußmassage mit warmen Sesamöl und ein paar Tropfen ätherischem Lavendelöl wirken gut als natürliche Einschlafhilfe ohne Nebenwirkungen. Auch entspannende Musik oder ein Hörspiel lassen manche Menschen gut einschlafen.

Wenn Sie über einen längeren Zeitraum Schwierigkeiten mit dem Schlafen haben und keine Ursache dafür finden, suchen Sie ein Schlaflabor auf. Hier wird Ihr Schlaf genau analysiert und die Ursachen für Störungen werden aufgespürt.