Der Puls


Das Herz schlägt sprichwörtlich bis zum Hals, der Blutdruck steigt, die Muskeln sind angespannt: Erhöhte Pulsfrequenz kann ein Anzeichen für Stress sein. Wann ist der Puls zu hoch, ist zu niedriger Pulsschlag gefährlich?

Der Pulsschlag ist der Takt, in dem das Herz unser Blut durch den Körper pumpt - er ist der Rhythmus des Lebens. "Normal ist ein Ruhepuls zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute beim erwachsenen Menschen," erklärt die Wiener Sportärztin Dr. Ulrike Preiml. Bei Kindern ist der Puls höher, 120 ist sogar bei Säuglingen noch normal.

"Messen sollte man am besten in der Früh, nach dem Aufwachen, am besten wenn man noch im Bett liegt," rät Dr. Preiml. Der Ruhepuls gibt nämlich - wie der Name schon sagt - an, wie oft das Herz schlägt, wenn der Körper ruht. "Schon durch Herumgehen erhöht sich die Pulsfrequenz leicht, denn für jede Bewegung brauchen die Muskeln mehr Sauerstoff, den sie über das Blut geliefert bekommen." Auch nach Mahlzeiten kann der Puls höher oder niedriger sein.
Der Mensch ist individuell verschieden, und so gibt es auch Menschen, deren Puls über 80 oder unter 60 liegt, die aber ganz gesund sind. Schlägt das Herz jedoch öfter als 100 mal in der Minute oder weniger als 50 mal, so kann das ein Anzeichen für eine Krankheit sein. Dr. Elisabeth Urban, praktische Ärztin in Steyr, empfiehlt in solchen Fällen einen Besuch beim Hausarzt: "Es könnte eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion sein, oder eine Herzmuskelentzündung."
Ein abnormal niedriger Pulsschlag weist auf einen schwachen Herzmuskel hin - ein Schrittmacher kann notwendig sein. Bei Ausdauersportlern ist ein Ruhepuls unter 50 aber völlig normal. Dr. Urban kennt aus ihrer Praxis auch Patienten, die nachts mit einem rasenden Puls aufwachen: "Das kann ganz normal sein, wenn man zum Beispiel am Abend lange gefeiert hat und Alkohol getrunken hat."

Wie misst man den Puls?
Am besten prüft man ihn mit einem kleinen Messgerät. Man kann den Pulsschlag allerdings auch selbst prüfen. Dazu legt man zwei Finger seitlich vom Kehlkopf.
Man sollte dabei nicht mehr Druck ausüben als nötig, und nicht gleichzeitig an beiden Halsseiten messen. Wenn man zu stark drückt, kann der Puls während des Messens langsamer werden. Nun nimmt man am besten eine Stoppuhr, stellt sie auf 15 Sekunden und zählt nun die Herzschläge während der Viertelminute mit, das Ergebnis wird mit vier multipliziert. Will man den Belastungspuls während des Sports ohne Pulsmessgerät selbst zählen, so sollte man dazu stehen bleiben.

Man kann den Puls noch an mehreren anderen Körperstellen messen, wie etwa am Handgelenk, am Fußrücken und in der Kniekehle. Am Hals geht es aber am leichtesten. Wenn der Arzt bei einer Untersuchung den Puls an mehreren Körperstellen misst, gibt ihm das Aufschluss darüber, ob Arterien verschlossen sind.