Erhöhter Blutdruck

Anders als bei anderen Krankheiten hat man bei einer Hypertonie keine Schmerzen und zunächst auch keine Behinderungen.
Im Gegenteil - viele Patienten fühlen sich überaus aktiv und leistungsfähig und können gar nicht verstehen, daß bei ihnen eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt.

Bluthochdruck - was ist das?
Der Herzmuskel pumpt etwa 70 mal in der Minute - immer schubweise - Blut in die Gefäße des Kreislaufs. Beim Zusammenziehen des Herzmuskels wird das Blut in die Blutgefäße gedrückt - der Blutdruck erreicht dabei seinen oberen Wert. Beim Erschlaffen des Herzmuskels fließt das Blut mit weniger Druck in den Gefäßen weiter - der Blutdruck fällt auf seinen unteren Wert.

Der Blutdruck wird also in zwei Werten angegeben, z.B. 120/80 (die Maßeinheit ist mmhg). Die Höhe des Blutdrucks schwankt im Tagesverlauf. Dies ist in bestimmten Grenzen völlig normal, da sich der Blutdruck den jeweiligen Erfordernissen anpaßt (z.B. bei körperlicher Anstrengung).

Nach heutigem Wissen dürfen bestimmte Blutdruckwerte auf Dauer nicht überschritten werden:
Als Normbereich werden alle Werte in körperlicher Ruhe unter 140 (oberer Wert) und 90 (unterer Wert) angesehen. Der Grenzbereich liegt zwischen 140 und 160 für den oberen und 90 und 95 für den unteren Wert. Werte, die in Ruhe über 160/95 liegen, zeigen also einen Bluthochdruck an.

Was sind die Ursachen des Bluthochdrucks?
In manchen Fällen wird der Bluthochdruck durch bestimmte Organkrankheiten, z.B. der Nieren, ausgelöst.
Für die Entstehung der häufigsten Hochdruckform, der sog. "essentiellen Hypertonie" gibt es wahrscheinlich mehrere Ursachen, die man im einzelnen noch nicht völlig kennt.
In manchen Fällen "liegt der Bluthochdruck in der Familie", anscheinend kann er vererbt werden.
Auch Menschen mit Übergewicht neigen zu hohem Blutdruck.
Häufig spielen auch belastende Lebenslagen (Streß) ohne ausreichende Entspannung, hohe Kochsalzaufnahme und nicht zuletzt das Rauchen eine wesentliche Rolle.

Warum ist Bluthochdruck so gefährlich?
Zu hoher Blutdruck überlastet Herz und Gefäße. Das Herz muß mit zusätzlicher Kraft schlagen und kann sich dabei unnatürlich vergrößern.
Schließlich schafft es die Arbeit nicht mehr.

Die Gefäße verengen sich und können starr und unelastisch werden. Das hat zur Folge, daß das Gehirn, die Niere und das Herz selbst schlechter durchblutet werden. Es kann zu Herzbeschwerden, wie Angina Pectoris, kommen oder sogar zu Herzinfarkt.

Auf Dauer können sogar die Nieren versagen, und der Bluthochdruck kann auch zum Schlaganfall führen. Zusammen mit dem Rauchen und erhöhten Blutfettwerten zählt der Hochdruck deshalb zu den gefährlichsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankunqen.

Wie macht sich ein Bluthochdruck bemerkbar?
Viele Menschen fühlen sich trotz des Bluthochdrucks lange Zeit sehr wohl und haben keine Beschwerden. Andere dagegen klagen über Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot und Müdigkeit. Die Kopfschmerzen treten meist am Morgen auf und gehen nach einer oder zwei Stunden wieder weg. Diese genannten Erscheinungen können allerdings auch einzeln oder gemeinsam auftreten, ohne etwas mit dem Blutdruck zu tun zu haben.

Was gehört zur Bluthochdruckbehandlung?
Von selbst geht der Bluthochdruck kaum zurück. Erfolgreich kann die Hochdruckkrankheit aber nur in Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient behandelt werden. Dabei wird die Behandlung ganz persönlich auf Sie abgestimmt. In erster Linie gehört dazu eine Beratung in Fragen der Lebensführung und der Ernährung.

Unsere gemeinsamen Ziele:
• Verbesserung der Medikamenteneinnahme
• Steigerung Ihres Körperbewußtseins
• Senken Ihres Körpergewichtes
• Vermindern der Salzzufuhr
• Bekämpfung von Bewegungsmangel
Was Sie dazu beitragen können:
• Notieren des Einnahmezeitpunktes
• Tägliche Gewichtskontrolle
• Kalorienbewußte Ernährung
• Salzarme Ernährung
• Mehr körperliche Betätigung
Grundlagen einer erfolgreichen Therapie
Eine erfolgreiche Therapie des Bluthochdrucks stützt sich auf 2 wichtige Grundlagen:

1. Die Beseitigung möglicher Ursachen und verstärkender Faktoren, insbesondere einiger "liebgewordener" Lebensgewohnheiten.
2. Die Behandlung mit Medikamenten, die Ihnen von Ihrem Arzt verordnet werden.

Ihre Mitarbeit ist dabei wesentlich. Helfen Sie daher selbst mit, Ihre Erkrankung in den Griff zu bekommen!
Versuchen Sie, Ihre persönlichen Risikofaktoren zu vermindern. Aller Anfang ist schwer, wählen Sie deshalb zuerst nur das Ziel, das Sie zuerst erreichen möchten. Wenn Ihnen das gelingt, beginnen Sie (z. B. nach 1 bis 2 Wochen), zusätzlich noch jeweils ein weiteres Thema aufzugreifen.

Worauf ist zu Beginn einer medikamentösen Behandlung zu achten?
Zu Beginn der Behandlung kann es sein - es muß aber nicht sein -, daß Sie das Gefühl haben, alles "läuft etwas langsamer".
Gelegentlich können auch leichte Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit und Benommenheit auftreten. Dies beruht auf der inzwischen eingetretenen Blutdrucksenkung und ist meist von vorübergehender Natur.

Wie geht es weiter?
Mit der speziell auf Sie abgestimmten Behandlung - der regelmäßigen Einnahme des verschriebenen Medikamentes - und den Empfehlungen Ihres Arztes zur Lebensführung und Ernährung - sind Sie maßgeblich an Ihrem Behandlungserfolg beteiligt.

Vergessen Sie vor allem die regelmäßigen Blutdruck-Kontrollen nicht, entweder bei Ihren regelmäßigen Arztbesuchen oder mit dem eigenen
Meßgerät zu Hause, Blutdruckkarten zur Verlaufskontrolle Ihrer Blutdruckwerte erhalten Sie bei Ihrem Arzt.